Montag, 28. Dezember 2015
Angeschossen
In dieser Zeit ist es so leicht sich misszuverstehen. Ein Zitat wird in einem sozialen Netzwerk geteilt, ein lustiger Kommentar kommt drunter und als heimliche Freundin, die nichts und niemanden kennt, die nichts mitbekommt von den witzigen Insidern, die da besprochen werden, liest man nicht den Witz sondern denkt an die Aussage im Kern. Man liest nur die Worte mit, nicht aber den Ton, den nur manche hinein legen können, der hier notwendig wäre, um richtig zu verstehen.
Ich fühle mich in solchen Momenten wie angeschossen. Das trifft, mir fehlt die Luft und bis genug Vernunft in mir aufsteigt, mich aufklären zu lassen, kommt Panik in mir auf. Mir steigen die Tränen in die Augen und es fällt mir schwer, ruhig zu bleiben.
Wenn dann die Erleichterung kommt, weil ich die Geschichte verstehe, fällt mir ein Stein vom Herzen. Ein richtiger Felsbrocken. Mein Herzschlag verlangsamt sich wieder und die Luft kommt zurück. Nur dieses leichte Brennen bleibt...